Die Stiftung Jüdisches Museum Creglingen eröffnet am Donnerstag, dem 08. Oktober 2026 um 19:00 Uhr die zweite Wechselausstellung 2026
Die Ausstellung „Widerstand in Luckenwalde – Die Gemeinschaft für Frieden und Aufbau 1943/44“ beleuchtet das Wirken einer der außergewöhnlichsten und heute kaum noch bekannten deutschen Widerstandsgruppen gegen das NS-Regime. Die vom Justizangestellten Hans Winkler und dem jüdischen Elektriker Werner Scharff im Jahr 1943 gegründete Gruppe war in den Jahren 1943 und 1944 im brandenburgischen Luckenwalde aktiv. Sie zeichnete sich dadurch aus, dass in ihr jüdische und nicht-jüdische Menschen gemeinsam im Untergrund aktiv waren. Die rund 30 dezentral organisierten Mitglieder halfen untergetauchten Jüdinnen und Juden mit Unterkünften, Lebensmitteln und gefälschten Papieren. Zudem stellten sie rund 3.500 Flugblätter her, die zum passiven Widerstand und zur Kapitulation aufriefen und die im ganzen Deutschen Reich heimlich verteilt wurden. Sie verschickten sogar fingierte Todesurteile an Gestapo-Spitzel zur Einschüchterung. Im Herbst 1944 wurde die Gruppe nach einer Denunziation von der Gestapo zerschlagen.
Die historische Aufarbeitung wurde von der „Arbeitsgruppe Erinnerungskultur“ und der „Bibliothek im Bahnhof“ initiiert und im Jahr 2024 im Rahmen einer Sonderausstellung der Stadt Luckenwalde in der Bibliothek im Bahnhof der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Stiftung Jüdisches Museum Creglingen freut sich, diese besondere Ausstellung im Museum zu präsentieren (08.10. – 15.11.2026) und damit auch das Wirken dieser außergewöhnlichen Widerstandsgruppe zu würdigen. Der Historiker und Journalist Hartmut F. Reck aus der Arbeitsgruppe „Erinnerungskultur“ wird am 08.10. im Jüdischen Museum Creglingen in die Ausstellung einführen.
Im Anschluss an diese Ausstellung plant die Stiftung am 19. November 2026 um 19:00 Uhr die Präsentation einer Filmdokumentation über diese Widerstandsgruppe.
Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei
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